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<title>Ingerd Ottesdotter</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Ingerd Ottesdotter</span></h1>
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<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr"><p><b>Ingerd Ottesdotter Rømer</b> (auch <i>Inger Ottesdatter Rømer</i>, bekannt als <i>Inger von Austrått</i>; * um 1475; † <a href="1555" title="1555">1555</a> im Rovdefjord (<a href="Sunnm%C3%B8re" title="Sunnmøre">Sunnmøre</a>), bei <a href="Gursk%C3%B8ya" title="Gurskøya">Gurskøya</a>) war eine norwegische Großgrundbesitzerin und Lehnsinhaberin.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Die_Familie">Die Familie</h2></div>
<p>Ihre Eltern waren der Ritter und Reichsrat Otte Matsson <a href="R%C3%B8mer_(Familie)" class="mw-redirect" title="Rømer (Familie)">Rømer</a> († um 1512) und dessen Ehefrau Ingeborg Lydersdotter. Sie heiratete spätestens 1494 den Ritter, Reichsrat und späteren Reichshofmeister <a href="Nils_Henriksson" title="Nils Henriksson">Nils Henriksson</a> (Gyldenløve).
</p><p>Der norwegische Historiker <a href="Ludvig_Daae" class="mw-redirect" title="Ludvig Daae">Ludvig Daae</a> beschrieb Ingerd als die „letzte Repräsentantin des norwegischen Hochadels“.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Zusammen mit ihrem Schwiegersohn <a href="Vincens_Lunge" title="Vincens Lunge">Vincens Lunge</a> spielte sie auch eine wichtige politische Rolle. Zu Lebzeiten ihres Mannes wurde sie namentlich in den Urkunden nicht genannt. Als ihr Mann im September 1494 in die Bruderschaft des Klosters Nonneseter in Bergen aufgenommen wurde, hieß es in der Urkunde noch „Nils Hendriksson und seine Frau“.<sup id="cite_ref-DN_980_2-0" class="reference"><a href="#cite_note-DN_980-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Kurz nach seinem Tod 1523 betrat sie die politische Bühne.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Die_Großgrundbesitzerin"><span id="Die_Gro.C3.9Fgrundbesitzerin"></span>Die Großgrundbesitzerin</h2></div>
<p>Ingerd gehörte der jüngeren Linie des Rømer-Geschlechtes an und konnte ihre Vorfahren bis auf Gertrud und Otte Rømer zurückführen, die um 1400 auf dem Gut <a href="Austr%C3%A5ttborgen" title="Austråttborgen">Austrått</a> bei <a href="%C3%98rland" title="Ørland">Ørland</a> lebten. Das Gut war über mehrere Generationen auf Ingerd gekommen. Die Hauptmasse hatte sie von ihrem Vater geerbt. Das war ein Großteil des Grundbesitzes von Hans Sigurdsson, der 1490 in einer Erbauseinandersetzung geteilt worden war. Die Großmutter Ingerds, Gro Alvsdotter, war eine der Haupterben gewesen. Ihr Anteil umfasste Gebiete in <a href="Sogn_(Landschaft)" title="Sogn (Landschaft)">Sogn</a>, <a href="Nordfjord" title="Nordfjord">Nordfjord</a>, <a href="Finnmark_(Provinz)" class="mw-redirect" title="Finnmark (Provinz)">Finnmark</a> und auf den Inseln nördlich von Schottland. Als ihr Bruder Olav kurz nach dem Tod des Vaters starb, war sie Alleinerbin.
</p><p>Aber ihr genügte dieser Grundbesitz nicht. Mit Hilfe ihres Mannes versuchte sie, weiteren Besitz zu erwerben. So zog sie zunächst den Grundbesitz Giske nach dem Tod des Besitzers Karl Knutsson, dem Sohn von <a href="Knut_Alvsson" title="Knut Alvsson">Knut Alvsson</a>, ein und gab ihn erst 1533 nach einem Urteil des Reichstages zu Bud wieder heraus.<sup id="cite_ref-DN_1111_3-0" class="reference"><a href="#cite_note-DN_1111-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Sie führte auch einen Erbschaftsstreit mit Ingerd Erlendsdatter. Das Gut wurde nach deren Tod 1529 durch Urteil des Herrentages den Söhnen von Otte Holgersson zugesprochen.<sup id="cite_ref-DN_606_4-0" class="reference"><a href="#cite_note-DN_606-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> 1526 versuchte sie, Ländereien von Gaute Bille und das Erbe nach <a href="Nils_Lykke" title="Nils Lykke">Nils Lykke</a> an sich zu reißen. Keinen dieser Erbschaftsprozesse gewann sie.
</p><p>In der Auseinandersetzung mit dem Erzbischof <a href="Olav_Engelbrektsson" title="Olav Engelbrektsson">Olav Engelbrektsson</a> gelang es ihren Schwiegersöhnen <a href="Vincens_Lunge" title="Vincens Lunge">Vincens Lunge</a> und Erik Ugerup, die Lehnsgüter von <a href="Nils_Henriksson" title="Nils Henriksson">Nils Henriksson</a> nach dessen Tod zu erhalten. Erik erhielt die <a href="Festung_Vard%C3%B8hus" title="Festung Vardøhus">Festung Vardøhus</a>, und Vincens überließ <a href="Fosen" title="Fosen">Fosen</a>, Edøy, <a href="Romsdal" title="Romsdal">Romsdal</a> und <a href="Sunnm%C3%B8re" title="Sunnmøre">Sunnmøre</a> seiner Schwiegermutter. Dazu hatte sie <a href="H%C3%A4rjedalen" title="Härjedalen">Härjedalen</a> als <a href="Pfandlehen" title="Pfandlehen">Pfandlehen</a>. So wurde sie eine der größten Lehnsherren in Norwegen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Politische_Misserfolge">Politische Misserfolge</h2></div>
<p>Politisch ungeschickt war es, sich um den schwedischen Aufständischen Peder Sunnanväder (genannt Peder Kansler) zu kümmern, der 1526 in ihrem Lehen gefangen gehalten wurde, bis er 1527 ausgeliefert werden musste und 1527 in Uppsala zum Tode verurteilt und gerädert wurde.<sup id="cite_ref-nfb_1197_5-0" class="reference"><a href="#cite_note-nfb_1197-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Ein weiterer politischer Fehlschlag war, dass sie den aus Schweden flüchtigen Daljunker beherbergte und ihm sogar ihre Tochter Eline versprach. Auch er war ein Aufrührer und musste ebenfalls auf Druck König <a href="Friedrich_I._(D%C3%A4nemark_und_Norwegen)" title="Friedrich I. (Dänemark und Norwegen)">Friedrichs</a> an Schweden ausgeliefert werden.
</p><p>Der Wunsch, ihre Güter zu vermehren, ließ sie keine Bedenken hegen, den katholischen Glauben aufzugeben. Jedenfalls klagten die Einwohner von Sogn 1529 über Übergriffe von Ingerd und Vincens Lunge und dass sie den „heiligen christlichen Glauben aufgegeben“ habe.<sup id="cite_ref-DN_636_6-0" class="reference"><a href="#cite_note-DN_636-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Es kam zum Konflikt mit dem Erzbischof. 1531 versuchte er, Ingerd dazu zu überreden, <a href="Christian_II._(D%C3%A4nemark%2C_Norwegen_und_Schweden)" title="Christian II. (Dänemark, Norwegen und Schweden)">Christian II.</a> zu huldigen. Doch sie lehnte ab. In einem Brief an den Erzbischof bezeichnete Christian II. Ingerd und ihre zwei Schwiegersöhne als seine Hauptfeinde und forderte ihn auf, sie gefangen zu nehmen. Der Erzbischof zog daraufhin alle ihre Lehen in <a href="Tr%C3%B8ndelag" title="Trøndelag">Trøndelag</a> ein, musste sie aber wieder herausgeben, nachdem Christian verjagt worden war.
</p><p>1531 gelang es Ingerd, zur Leiterin des Klosters Rein gewählt zu werden. In den spannungsvollen Zeiten nach dem Reichstag zu Bud 1533 gehörten Frau Ingerd und der Erzbischof zu den Verlierern. Sie verlor zwei Schwiegersöhne und konnte ihre Erbschaftsansprüche nicht durchsetzen. Der Erzbischof musste das Land verlassen. Als letztes ließ der Erzbischof Austråt plündern, als er aus dem Trondheimsfjord segelte.
</p><p>1539 lebte sie bei ihrer Tochter Anna auf Seim, dem Verwaltungssitz im Lehen Tønsberg, von wo sie nach <a href="Deventer" title="Deventer">Deventer</a> schrieb, dass man ihr die Kleinodien zurückgeben möge, die ihr Olav Engelbrektsson abgenommen hatte. Aber ihre Heimreise 1555 nach Bergen lässt darauf schließen, dass sie die Verwaltung ihrer Güter wieder übernehmen konnte. Doch die Reise endete für sie und ihre Tochter Lucie in einem Schiffbruch, bei dem beide umkamen. Ihre Leichen wurden in der Kirche von Ørland bestattet.
</p><p>Aus der Ehe mit Nils Henriksson hatte sie fünf Töchter, die alle dänische Adlige heirateten:
</p>
<ul><li>Margrete (um 1495–1550). Sie heiratete erst Vincens Lunge, nach dessen Tod Jens Split († nach 1565).</li>
<li>Eline († 1532). Sie heiratete <a href="Nils_Lykke" title="Nils Lykke">Nils Lykke</a>.</li>
<li>Anna († 1557). Sie heiratete Erik Ugerup.</li>
<li>Ingeborg (um 1507–1597). Sie heiratete Peder Hanssøn (Litle).</li>
<li>Lucie († 1555). Sie heiratete Jens Thillufsen Bjelke.</li></ul>
<p>Sie ist eine der Hauptpersonen im Schauspiel <i>Fru Inger til Østråt</i> (1855/1874), von <a href="Henrik_Ibsen" title="Henrik Ibsen">Henrik Ibsen</a>, der sich aber an die historischen Fakten in dichterischer Freiheit nicht gehalten hat, wenn er sie als Vorkämpferin der norwegischen Selbständigkeit schildert.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://nbl.snl.no/Ingerd_Ottesdotter"><i>Ingerd Ottesdotter</i>.</a> In: <i>Norsk biografisk leksikon</i></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<p>Der Artikel ist im Wesentlichen dem <i>Norsk biografisk leksikon</i> entnommen. Anderweitige Informationen werden besonders ausgewiesen.
</p>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text">Ludvig Daae: <cite style="font-style:italic">Fru Inger Ottesdatter og hendes Døtre</cite>. In: <cite style="font-style:italic">Historisk Tidsskrift</cite>. <span style="white-space:nowrap">Band<span style="display:inline-block;width:.2em"> </span>1</span>, <span style="white-space:nowrap">Nr.<span style="display:inline-block;width:.2em"> </span>3</span>, 1875, <span style="white-space:nowrap">S.<span style="display:inline-block;width:.2em"> </span>361</span>.<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Ajournal&rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Ingerd+Ottesdotter&rft.atitle=Fru+Inger+Ottesdatter+og+hendes+D%C3%B8tre&rft.au=Ludvig+Daae&rft.date=1875&rft.genre=journal&rft.issue=3&rft.jtitle=Historisk+Tidsskrift&rft.pages=361&rft.volume=1" style="display:none"> </span></span>
</li>
<li id="cite_note-DN_980-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-DN_980_2-0">↑</a></span> <span class="reference-text">
<a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.dokpro.uio.no/perl/middelalder/diplom_vise_tekst.prl?b=981&s=n&str="><i>Norsk biografisk leksikon</i></a> Bd. 1 Nr. 980: „Nicholaum Henrici cum conjuge sua“.</span>
</li>
<li id="cite_note-DN_1111-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-DN_1111_3-0">↑</a></span> <span class="reference-text">
<a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.dokpro.uio.no/perl/middelalder/diplom_vise_tekst.prl?b=2243&s=n&str="><i>Norsk biografisk leksikon</i></a> Bd. 2 Nr. 1111.</span>
</li>
<li id="cite_note-DN_606-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-DN_606_4-0">↑</a></span> <span class="reference-text">
<a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.dokpro.uio.no/perl/middelalder/diplom_vise_tekst.prl?b=7945&s=n&str="><i>Norsk biografisk leksikon</i></a> Bd. 8 Nr. 606.</span>
</li>
<li id="cite_note-nfb_1197-5"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-nfb_1197_5-0">↑</a></span> <span class="reference-text">
<cite class="lang" lang="sv" dir="auto" style="font-style:italic">Daluppror</cite>. In: Bernhard Meijer, Theodor Westrin (Hrsg.): <cite class="lang" lang="sv" dir="auto" style="font-style:italic"><a href="Nordisk_familjebok" title="Nordisk familjebok">Nordisk familjebok konversationslexikon och realencyklopedi</a></cite>. 2. Auflage. <span style="white-space:nowrap">Band<span style="display:inline-block;width:.2em"> </span>5</span>: <i>Cestius–Degas</i>. Nordisk familjeboks förlag, Stockholm 1906, <span style="white-space:nowrap">Sp.<span style="display:inline-block;width:.2em"> </span>1196–1200</span> (schwedisch, <a rel="nofollow" class="external text" href="https://runeberg.org/nfbe/0638.html">runeberg.org</a> – hier Sp. 1197).<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Ingerd+Ottesdotter&rft.atitle=Daluppror&rft.btitle=Nordisk+familjebok+konversationslexikon+och+realencyklopedi&rft.date=1906&rft.edition=2&rft.genre=book&rft.place=Stockholm&rft.pub=Nordisk+familjeboks+f%C3%B6rlag&rft.volume=Band+5%3A+Cestius-Degas" style="display:none"> </span></span>
</li>
<li id="cite_note-DN_636-6"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-DN_636_6-0">↑</a></span> <span class="reference-text">
<a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.dokpro.uio.no/perl/middelalder/diplom_vise_tekst.prl?b=8788&s=n&str="><i>Norsk biografisk leksikon</i></a> Bd. 9 Nr. 636.</span>
</li>
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